Kirschen aber nicht aus Nachbarsgarten
 

 

Kirschen: Süß, saftig und wertvoll
Jetzt sind sie wieder da, rot, süß und saftig oder angenehm säuerlich: Kirschen. Sie schmecken aber nicht nur köstlich, sie sind auch eine wertvolle Naturarznei. Kirschen sind nicht nur lecker, sondern auch gesund. Ein halber Liter Kirschsaft deckt den Vitamin C-Bedarf eines ganzen Tages. Ein halbes Pfund Kirschen täglich kann den Harnsäurespiegel senken und vor Gicht schützen. Außerdem sollen die in den Kirschen enthaltenen Stoffe für eine schöne Haut sorgen und Entzündungen hemmen. Die süßen Früchtchen werden zudem in der Naturmedizin als Mittel gegen Parodontose und Arthritis genutzt.

Das Mitbringsel eines Feldherren
Wilde Kirschen waren schon immer heiß begehrt. Bereits die Steinzeitmenschen haben die Früchte gesammelt und gegessen. Archäologen entdeckten bei Ausgrabungen versteinerte Kerne in den Höhlen unserer Vorfahren. Erste gezüchtete Kirschen brachte der römische Feldherr Lucullus auf seinen Reisen vom Schwarzen Meer über Rom nach Germanien 74 v. Chr. heim.. Heute sind Kirschen weltweit verbreitet. 80 Prozent der Welternte kommen aber aus Europa. Der Name der Früchte stammt vom iranisch-kurdischen "keras" ab, wurde römisch zu "cerasus" und später althochdeutsch zu "kirsa".Nach Eroberung der Stadt Kerasos, in deren Umgebung ausgedehnte Kirschbaumanlagen gepflegt wurden, erhielt er zahlreiche wertvolle Tributgeschenke, Gold, Edelsteine, Silber.


Doch der heute noch sprichwörtliche Genießer stellte die jungen Kirschbäume ins Zentrum seiner Schätze, um zu zeigen, dass dies die wertvollste aller Eroberungen sei Lucullus ließ in Rom Kirschbäume pflanzen und die Wertschätzung der süßen Früchte brachte ihn buchstäblich "in aller Munde", denn wer weiß heute noch, dass Lucullus ein Feldherr war. Die Kirschen machten seinen Namen zum Symbol des sinnlichen Lebensgenusses.

Geheiligte Bäume
In Asien, vor allem in Japan, sind Kirschen geheiligte Bäume. Die Kirschblüte ist dort ein Fest, das die ganze Nation in der Bewunderung der Blütenschönheit verbindet.

Symbol der Vergänglichkeit
In der japanischen Mythologie steht die Sakura, die Blüte der Kirschen, als Symbol der Vergänglichkeit: "Wie der Frühlingswind den Blütenschnee der Kirschen sanft mit sich nimmt und der Erde wiedergibt, so fällt auch das Ich und vergeht", beschreibt ein Gedicht die japanische Lebenshaltung

Die Erotik der Kirschblüte
Die prangenden roten Früchte galten als Attribut der Liebe und Leidenschaft, daher schmähte die Kirche die Frucht als unrein und verboten. Der Kirschbaum wurde früher als dem Mond zugehörig betrachtet. Wer es wagte, bei Vollmond die unter dem blühenden Kirschbaum tanzenden Elfen und Feen zu beobachten, war von Unheil bedroht. Er ist stark im Volksglauben verankert: beispielsweise das erste Badewasser des Neugeborenen schüttet man an einen Kirschbaum, damit das Kind schön werde. Am 4. Dezember, dem Barbaratag, werden nach altem Brauch die Barbarazweige, meist Kirschzweige (aber auch andere Obstzweige) geschnitten. Blüten und Früchte gelten als Heiratsorakel.

Als einer der ersten in strahlendem Weiß - der Farbe der Unschuld - voll erblühenden Bäume, der seine köstlichen Früchte in der Farbe der Liebe schon wenige Wochen später präsentiert, ist seine Symbolik innig mit dem Frühling und all seinen Gefühlen, die er erweckt, verbunden