Der Johannistag  und sein  Brauchtum und Wetterregeln

 Der Johannistag gilt als letzter Tag der Spargelernte. Den Rest des Sommers geben Spargelbauern ihren Pflanzen Ruhe, um sich wieder zu regenerieren.

Seit dem 5. Jahrhundert wird der 24. Juni als Geburtfest Johannes des Täufers gefeiert. Früher war dies bei den Germanen, Kelten und Slawen der Tag der Sommersonnenwende . Es war eines ihrer größten Feste im Jahreslauf. Die Sonne steht dann am höchsten, und sie dachten, dass sie dann am meisten Macht besitzt. Das machte Ihnen Angst. Sie wollten die Fruchtbarkeit ehren und feierten ein Reinigungsfest, bei dem sowohl Wasser  als auch Feuerbräuche eine besondere Rolle spielten. Für das einfache Volk übernahm die Johannisnacht die Rolle der alten Mittsommernacht, in der altem Volksglauben zufolge Hexen und Dämonen ( ein Wesen, das die Macht des Bösen verkörpert ) los sind und lauter seltsame Dinge geschehen.

 Die Sommersonnwende wird im Brauchtum durch „Lichtverstärkung” gefeiert. Wenn das Licht schwächer, es also Abend oder Nacht wird, entzündet man Feuer, um das Licht zu „verstärken”, die Nacht zu erleuchten, in der Nacht dem Licht über seine momentane Schwäche hinweg zu helfen. Die Sonnwendfeuer, manchmal auch „Rotfeuer” genannt oder „Sunnawenhansl - Frohfeuer” (Steiermark), hat es wahrscheinlich schon in vorchristlicher, germanischer Zeit gegeben. Sie erleuchteten die Nacht, wenn Wotan Walhall verließ und segnend über die Erde schritt. Da dieses Brauchtum auch zum christlichen Festanlass passte, wurde es übernommen.

 Der Johannistag wurde zur „Sommerweihnacht”. Für diesen Tag galten strikte Vorschriften: unziemliche Trinksitten, Händeleien oder Ähnliches waren verpönt. Die Unverheirateten tanzen, oft bis zur Erschöpfung, um das Feuer. Zum Johannisfeuer gehört der Segen bringende Sprung über das Feuer. Er überwindet Unheil, reinigt von Krankheit und wirkt je besser, je mehr über das Feuer springen. Wenn ein Paar sich bei diesem Sprung nicht losließ, so deuteten dies die Menschen früher als ein gutes Zeichen für eine bald bevorstehende Hochzeit. Vor dem Erlöschen des Feuers warfen die jungen Frauen den Blumenstrauß, den sie zum Festkleid trugen, in die verlöschenden Glut und sprachen: „Wie dieser Kranz möge all mein Missgeschick verbrennen und in Nichts zerfallen.” Wenn das Feuer fast niedergebrannt war, betete man in manchen Gegenden den „Engel des Herrn”. Dieses Gebet bezieht sich auf den heilsgeschichtlichen Zusammenhang zwischen dem Tagesheiligen und Jesus Christus. Fackelschwenken und Scheibenschlagen haben sich mancherorts als paralleles Tun zum Sonnwendfeuer erhalten. Die Asche des Johannisfeuer wurde als Segen auf die Felder gebracht

„Feuerspenden” (Reisig, alte Besen, Stroh, Werg und Äste) galten damals als Ehrensache. Im Spruchgut der Eifel heißt es: „Wer kein Holz zum Feuer gibt, erreicht das ewige Leben nit” oder „Ist eine gute Frau im Haus” Schmeißt ein Büschel Holz heraus, oder man lässt den Marder ins Hühnerhaus.”

Um „alles Unglück für das kommende Jahr abzuwaschen”, gehörten mancherorts „Quellgänge” zum Johannistag. Es musste fließendes Wasser aus Quellen oder Bächen sein, in dem man die mit Blumen geschmückten Frauen besprengte

Zum Johannistag wurden früher Johanniskränze aus siebenerlei oder neunerlei Kräutern und Pflanzen, z.B. Bärlapp, Beifuß, Eichenlaub, Farnkraut, Johanniskraut, Klatschmohn, Kornblumen, Lilien, Rittersporn und Rosen. Die Kränze wurden über Tür und Fenster gehängt, um vor Geistern und Dämonen zu schützen, die in der Johannisnacht spukten. In Mitteldeutschland warf man den Kranz über das Haus, damit der Segen wirkte. Gekreuzte Besen vor Türen und Toren wehrten Spukgestalten ab; ein Johanniskranz unter dem Kopfkissen brachte Glück in der Liebe, gleichfalls ein Blütenteppich unter dem Esstisch, das so genannte „Johannisstreu”.

Auch heute werden die milden Sommernächte oft zum Feiern genutzt, obwohl es in Deutschland Johannisfeiern kaum mehr gibt. Wo solche Feiern noch stattfinden, ist das Johannis- oder Sonnenwendfeuer weiterhin der Mittelpunkt. Man singt, tanzt und springt über das Feuer. Und manchmal sieht man von den Bergen brennende Räder herabzurollen, die sogenannten „Sonnenräder“. Das war ein Brauch der Germanen. Aber viele Menschen kennen den Johannistag heute nur noch dem Namen nach. Auf ihn deuten auch die Namen der Johannisbeere , des Johanniskäfers ( Leuchtkäfer ) des Johanniskrautes (das Johanniskraut: als Heilkraut verwendete Pflanze mit kleinen Blättern und in Dolden wachsenden gelben Blättern ) oder des Johannisbrotes ( : Hülsenfrucht des im Mittelmeerraumes wachsenden Johannisbrotbaumes  ) hin.

An Johannes den Täufer zu erinnern, ist heute noch genau so aktuell wie früher. Er hat die Menschen seiner Zeit wachgerüttelt und sie zur Umkehr zu Gott aufgerufen. „Kehrt um! Ändert euer Leben! Es ist Zeit. Gott hat euch eine letzte Frist gesetzt.“ Diese Worte waren damals nicht beliebt und sind es heute ebenso wenig, aber sie sind immer noch nötig. Johannes hatte den Mut sie auszusprechen und auf Jesus hinzuweisen. In Jesus Christus, dem Licht der Welt, findet die Symbolik dieses Festes ihren wahren Sinn

Auch als Wetterlostag spielt der Festtag seine Rolle. Bekannt sind z.B. die folgenden Bauernregeln:

Wenn Johannis ist geboren,
gehen die langen Tage verloren.

Wenn die Johanniswürmer glänzen,
darfst du bereiten die Sensen.

Wenn kalt und nass Johannis war,
verdirbt er meist das ganze Jahr.

Vor Johanni bitt um Regen, hernach kommt er ungelegen

 

Glüh`n Johanniswürmchen helle, schöner Juni ist zur Stelle.

 

Regnet's am Johannistag, regnet es noch vierzehn Tag

 

Johanni trocken und warm, macht den Bauern nicht arm

 

Johannis tut dem Winter wieder die Türe auf.

 

Der Kuckuck kündet gar teure Zeit, wenn er nach Johanni schreit

Vor dem Johannistag, keine Gerste man loben mag

 

Regen am Johannistag, nasse Ernt` man erwarten mag

 

Sankt Johannis Regengüsse, verderben uns die besten Nüsse

 

An Sankt Johanni Abend, leg die Zwiebel in ihr kühles Beet

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