Der Siebenschläfer
Das ehemalige Fest des Siebenschläfers als Wetterlostag
Der Siebenschläfertag, der früher am 27. Juni gefeiert wurde,
ist heute nur noch als Lostag für das Wetter einigen Menschen bekannt:

Die holprigen bäuerlichen Wetterreime, lange im Verruf, sind
längst rehabilitiert. Auch „Der Spiegel” (23/2000, S. 228) weiß zu berichten:
„Diese Bauernregel bewahrheitet sich im kontinentalen Süddeutschland in acht von
zehn Sommern; im küstennahen Norden erreicht sie immerhin noch eine Trefferquote
von 67 Prozent”.

Zwei unversöhnliche Kontrahenten werden Ende Juni über Deutschland aufeinander
prallen. Aus dem Norden drängt polare Kaltluft vor; aus dem Süden hält tropische
Warmluft dagegen. Der Verlauf der Front wird den Sommer bestimmen.
Ende Juni bis
Anfang Juli baut sich über dem Atlantik oft eine stabile Großwetterlage auf.
Entscheidend ist die Lage des Jetstreams, eines Starkwindbandes in fünf bis zehn
Kilometer Höhe, das die Zugbahn der Tiefs bestimmt. Verläuft der Jetstream weit
genug im Norden, liegt Deutschland im Einflussbereich des Azorenhochs und uns
erwarten sonnige und warme Tage. Verläuft der Jetstream dagegen weit im Süden,
ziehen die Tiefs mit Regen direkt über uns hinweg. In der Strömung eingelagerte
Zwischenhochs bringen dann nur kurze Wetterbesserung.

”
Dies haben die Bauern früher nicht gewusst, ebenso wenig wie die Begriffe
Klimatologie oder Meteorologie. Aber sie haben ihre Erfahrungen gesammelt und
ausgewertet und daraus Regeln gebildet, die sich als Spruchweisheit in über
1.000 - Weisheiten widerspiegeln

Statistisch gesehen, stimmt
also die Siebenschläferregel in zwei von drei Sommern.
Betrachtet man nun das Wetter
nicht nur direkt am 27. Juni, sondern verfolgt die Großwetterlage Ende Juni,
Anfang Juli, bekommt man einen guten Trend für die folgenden Wochen. Aber es
wird mit Sicherheit nie sieben Wochen lang regnen!

Kalenderreformen hat es in der Kirchengeschichte selten so oft wie in unserem
Jahrhundert gegeben (1955 und 1969). Heute findet man das Fest „Siebenschläfer”
in keinem Kalender mehr. Und mancher wird deshalb vermuten, der Name des Tages
leite sich von dem gleichnamigen Nagetier mit hohem (Winter-) Schlafbedürfnis
ab.
Das aber ist ein Irrglaube. Ursprünglich geht der
Name auf die sieben Heiligen (Legende) zurück

. "Das Wetter zum Siebenschläfer-Tag sieben Wochen bleiben mag",
heißt die Wetterregel.
Regnet's
am Siebenschläfertag, so regnet's sieben Wochen danach
Regnets am Siebenschläfertag, es noch sieben
Wochen regnen mag.
"Wenn die Siebenschläfer Regen
kochen, so regnets vier ganze Wochen".
Ist der Siebenschläfer nass,
regnet’s ohne Unterlass.
Wie`s Wetter am Siebenschläfertag,
so bleibt es sieben Wochen danach.
Werden die sieben Schläfer nass, regnet's noch lange
Fass um Fass.
Der Siebenschläferregen, der
bringt dem Lande keinen Segen
„Das
Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag”

siehe
Siebenschläfer ( Nagetier )
siehe
Siebenschläfer (Legende)

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