Der Monat Juli

 

Der Juli

Still ruht die Stadt. Es wogt die Flur.
Die Menschheit geht auf Reisen
oder wandert sehr oder wandelt nur.
Und die Bauern vermieten die Natur
zu sehenswerten Preisen.

Sie vermieten den Himmel, den Sand am Meer,
die Platzmusik der Ortsfeuerwehr
und den Blick auf die Kuh auf der Wiese.
Limousinen rasen hin und her
und finden und finden den Weg nicht mehr
zum verlorenen Paradiese.

Im Feld wächst Brot. Und es wachsen dort
auch die künftigen Brötchen und Bretzeln.
Eidechsen zucken von Ort zu Ort.
Und die Wolken führen Regen an Bord
und den spitzen Blitz und das Donnerwort.
Der Mensch treibt Berg- und Wassersport
und hält nicht viel von Rätseln.

Er hält die Welt für ein Bilderbuch
mit Ansichtskartenserien.
Die Landschaft belächelt den lauten Besuch.
Sie weiss Bescheid.
Sie weiss, die Zeit
überdauert sogar diese Ferien.

Sie weiss auch: einen Steinwurf schon
von hier beginnt das Märchen.
Verborgen im Korn, auf zerdrücktem Mohn,
ruht ein zerzaustes Pärchen.
Hier steigt kein Preis, hier sinkt kein Lohn.
Hier steigen und sinken die Lerchen.

Das Mädchen schläft entrückten Gesichts.
Die Bienen summen zufrieden.
Der Jüngling heisst, immer noch, Taugenichts.
Er tritt durch das Gitter des Schattens und Lichts
in den Wald und zieht, durch den Schluss des Gedichts,
wie in alten Zeiten gen Süden.

Erich Kästner

Der Juli ist der siebte Monat des Jahres im julianischen und gregorianischen Kalender und hat 31 Tage.

Im frühen römischen Kalender war er der fünfte Monat und wurde deshalb von den Römern auch „Quintilis“ oder „fünfter Monat“ genannt.

Da er der Geburtsmonat von Julius Caesar war, wurde er ihm zu Ehren im Jahre 44 v. Chr. in Julius umbenannt.

 

Alte deutsche Namen für den Juli sind Heuet, Heuert oder auch Heumonat, weil im Juli die erste Heu-Mahd eingebracht wird.

 

Als andere alte Namen für den Juli sind auch die Begriffe Bären- oder Honigmonat bekannt.

Der Monat Juli beginnt mit demselben Wochentag wie der April und in Schaltjahren auch wie der Januar.