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die Sonnenblumen
tatsächlich stammen die meisten der
mehr als 60 verschiedenen wild wachsenden Sonnenblumenarten – wissenschaftlich
Helianthus – aus den Rocky Mountains in den USA. Der Bundesstaat Kansas
hat die Sonnenblume sogar zu seiner Nationalblume erklärt. Die bekannteste
Sonnenblume allerdings, die goldgelbe „Einjährige Sonnenblume“ Helianthus
annuus ist weiter im Süden beheimatet, in Mexiko und hinunter bis nach Peru.
Bereits die Atzeken verehrten die Sonnenblume, die Priesterinnen ihrer
Sonnentempel waren mit Sonnenblumen gekrönt.

Wenige Jahrzehnte nach der
„Entdeckung“ Amerikas durch Kolumbus brachten spanische Seefahrer die ersten
Sonnenblumen nach Europa. Dass die Sonnenblume nicht nur eine angenehme
Erscheinung, sondern auch nützlich ist, fand man bald heraus. Es dauerte aber
rund 300 Jahre, bis Sonnenblumen dann im 19. Jahrhundert in Europa großflächig
zur Ölgewinnung angebaut wurden – zunächst in Russland übrigens. Auch heute
liegen die größten Anbaugebiete in Osteuropa, außerdem in Frankreich und
natürlich in Nordamerika
Die Sonnenblume
hat nicht nur ein sonnenähnliches Aussehen. Sie gehört auch zu denjenigen
Pflanzen, die ihren Blütenstand nach dem Stand der Sonne ausrichten können.
Verantwortlich dafür ist ein spezieller Stoff, der die Pflanze auf der
beschatteten Seite stärker wachsen lässt, so dass der Stängel sich gegen die
Sonne hin wendet. Im Garten und auf dem Acker werden Sonnenblumen zwei bis drei
Meter hoch, wobei es inzwischen hunderte Sorten gibt, von zwergwüchsigen, bei
denen der riesige Blütenstand fast die Erde berührt, bis hin zu wahren Riesen.
Manche Gartenbesitzer ziehen mit der richtigen Sorte, viel Dünger und einem
Stützgerüst sogar über sieben Meter hohe Exemplare
Die Kerne kann man ab April in
Pflanztöpfe oder mit mindestens 50 Zentimeter Abstand direkt ins Freiland
aussäen. Auch Sonnenblumenkerne aus Vogelfutter keimen meist gut aus, die
Sortenvielfalt ist hinsichtlich Größen und Farben aber so faszinierend
vielfältig, dass man ruhig einige wenige Euro für besonders schöne Sorten
investieren sollte. Sonnenblumen brauchen reichlich Wasser und haben einen
großen Nährstoffbedarf, vor allem Stickstoff wird benötigt. Sonnenblumen blühen
ausdauernd von Juli bis in den Oktober hinein. Wer von einem besonderen
Prachtexemplar Kerne zur Vermehrung gewinnen möchte, sollte rechtzeitig vor
Einsetzen der Samenreife ein Netz über die Blütenscheibe spannen, damit die
Vögel nicht schneller sind
Sonnenblumenkerne bestehen in
etwa zur Hälfte aus hochwertigem Öl, außerdem sind rund 15 Prozent Eiweiß
enthalten, dazu unter anderem Lezithin und Vitamine. Sonnenblumenöl enthält zwei
Drittel ungesättigte Fettsäuren, also solche, die der menschliche Körper zwar
benötigt, aber nicht selbst herstellen kann. Daher auch die Bezeichnung
„essentielle Fettsäuren“. Man kann das mild schmeckende Sonnenblumenöl zwar hoch
erhitzen und zum Beispiel als Frittieröl benutzen. Den Inhaltsstoffen tut das
aber nicht gut. Das gilt besonders für das etwas teurere kalt gepresste
Sonnenblumenöl, das hervorragend zu kalten Speisen und zu Salaten passt.
Äußerlich lässt sich Sonnenblumenöl beziehungsweise eine fein gemahlene Paste
aus den Kernen zur Beseitigung von Hautunreinheiten anwenden.

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