
Mariä Lichtmeß
auch „Mariä Reinigung”, „Mariä
Kerzenweih”
Mit diesem katholischen Fest
endet die Weihnachtszeit, die mit der Kerzenweihe und einer Lichterprozession begangen wird.

In der
katholischen Kirche wird das Fest der Darstellung Jesu im Tempel bereits seit
Mitte des 5. Jahrhunderts gefeiert. In Rom verband sich mit diesem Tag eine
ursprünglich heidnische Lichter-Prozession.
Anfang Februar feierten die
Kelten das Wiedererwachen des Lebens und das Zunehmen des Lichtes. Es war das
freudige Fest der drei Brigitten, als Zeichen der Dreifaltigkeit, der dreifachen
Königin der Heilkunde, der Heilkräuter, der Dichtkunst und des Schmiedens. Es
ist das Fest Imbolc und wurde am 1. Februar gefeiert. Ein Fest der Reinigung,
der Fruchtbarkeit und des Lichtes. Die Natur verharrt noch in der winterlichen
Starre, aber die Tage werden schon wieder deutlich länger, die Sonne macht einen
"Sprung
In diesem Licht
erscheint die Göttin als die schöne Lichtjungfrau Brigid. Mit ihr steigen
Elementarwesen aus der Erde. Ihre Lichtgestalt war dem Volk so lieb, dass die
Kirche das
Imbolc-Fest
in
Maria (oder Unser
Frauen-)
Lichtmess
umtaufte

Seit der
Liturgiereform spricht man in Kirchenkreisen wieder korrekt vom "Herrenfest" und
führte offiziell den Namen "Darstellung des Herrn" ein.

Die orthodoxe Kirche
nennt das Fest
Apante
(Begegnung). Sie betont den Aspekt der Begegnung des Erlösers mit den Frommen
seines Volkes die ihn erwarten.
Auch die lutherische
Kirche behielt das Datum in ihrem liturgischen Kalender. Johann Sebastian Bach
schrieb mehrere Kantaten für diesen Tag.

Das Datum berechnet sich vom
25. Dezember her, denn zählt man vom 1. Weihnachtstag 40 Tage weiter, kommt man
zum 2. Februar. 40 Tage sind in der jüdisch-christlichen Tradition ein Zeitmaß,
dass sich in den 40 Tagen der Fastenzeit wieder findet.

Der
Lichtmesstag am 2. Februar hat ein biblisches Ereignis als Festanlass: , über die der Evangelist Lukas (Lk 2,22-39)
berichtet: Nach alttestamentlichen Vorschriften galt eine Frau nach der Geburt
eines Jungen 40 Tage und der eines Mädchens 80 Tage als kultisch unrein und
musste danach ein Opfer bringen (3.Mose 12 1 8)
Als Reinigungsopfer hatte sie
dem Priester ein Schaf und eine Taube zu übergeben.
Außerdem wurde der Erstgeborene als Eigentum Gottes angesehen und musste durch
ein Geldopfer ausgelöst werden (4. Mose 18 16). Dieser
Vorschrift entsprachen Maria und Josef im Tempel von Jerusalem.

Die
Lichtsymbolik leitet sich direkt aus dem Bericht bei Lukas her.
Als die Eltern das Kind in den Tempel bringen, werden sie von dem greisen Simeon
und der 84-jährignen Witwe Hanna erwartet. Simeon nennt das Kind „ein Licht, das
die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für sein Volk Israel.“
Simeon
sagt prophetische Worte und stimmt seinen Lob- und Sterbegesang Nunc dimittis
(Lukas 2 29-32) an.
„ Nun
läßt du, Herr, deine Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“
Lukas 2,29-32

Lichmeß war im Bauernjahr
ein wichtiger Lostag und ein Markstein im bäuerlichen Jahreslauf.
Die Bauern zahlten an die
Obrigkeiten Steuern ,
und es wurden die Dienstboten entlohnt
.Sie bekamen ihren Eintrag in ihr Wanderbuch und zogen sodann aus, um sich einen
neuen Hof und eine neue Arbeitsstelle zu suchen.
Sie hatten einige Tage (meistens bis zum Namensfest der Hl. Agatha am 5.
Februar) frei. Es war der einzige "Urlaub", den die Bediensteten bekamen und die
"Schlenkeltage" waren eine ersehnte Unterbrechung der schweren, gleichförmigen
Arbeit.
In einer
Gesindeordnung des Königreiches Bayern von 1895 heißt es: mit Haft bis zu drei
Wochen werden Dienstboten bestraft, die sich dem Arbeitsverhältnis entziehen-.
Dies war geltendes Recht bis zum Jahr 1918.
Die "Schlenkelweil" war ein
beliebtes Spektakel und neben dem Vergnügen war sie eine wichtige Kontaktbörse
für die Dienstboten, wenn sie sich beruflich verändern wollten. In vielen
Ortschaften wurden Lichtmessmärkte abgehalten, um den "Schlenklern" Gelegenheit
zu geben, ihren Lohn wieder auszugeben. In einigen fränkischen Ortschaften gibt
es die Märkte bis heute - allerdings findet man dort selten aktuelle
Jobangebote, aber der kommunikative und feiertägliche Charakter hat sich
erhalten.

Zu den Bräuchen an Lichtmeß
gehört das Weihen von Donnerkerzen Wenn nach der Lichterprozession die Kerzen
geweiht sind, nimmt sich der Hausvater drei Tropfen des Wachses vom Gottesdienst
mit, das er, auf im Hause gebackenes Brot gebracht, den Kindern und dem Vieh
zeigt. Davon erhofft man sich Schutz vor Krankheit, Tod und Unwetter

Früher
versorgten sich die Hausmütter zum Lichtmesstag beim Händler mit Kerzen, die
dann zusammen mit Wachsstöcken in der Kirche geweiht wurden.
Junge Mädchen
tauschten auf der Dult (Markt) die Wisballen (Wachsknödel aus gelbem Rohwachs)
beim Wachszieher gegen schöne farbige Wachsstöcke ein. Diese wurden von den
Mädchen in ihrem Aussteuerschrank aufbewahrt.
Die geweihten Kerzen wurden
sorgsam für bestimmte Gelegenheiten aufbewahrt, unter anderem für
Leichengottesdienste und Allerseelenoktaven. Auch bei einem aufziehenden
Gewitter setzten sich alle Hausbewohner in der Stube zusammen, zündeten eine
geweihte Kerze an und beteten gemeinsam zum heiligen Xaverius, daß Gott Schauer
(Hagelschlag) und Blitz abwenden möge.
In Bayern und im Fünfseenland setzte man
sich am Lichtmeßabend in der Stube zusammen und zündete für jeden Anwesenden
eine Kerze mit seinem Namen an. Man betete gemeinsam bis alle Lichter abgebrannt
waren den Rosenkranz. Wenn eine Kerze flackerte, so bedeutete dies meist
Krankheit für die entsprechende Person, wenn ein Licht gar ausging, so war dies
ein Vorbote des Todes.

Lichtmeß geborene Kinder
sollen die Gabe der Hellsichtigkeit besitzen (ebd., 58).
Lichtmeß gilt auch als
Termin größerer Hexensabbate, markiert der Tag doch im heidnischen Kalender den
Frühlingsanfang.
Die geweihten Kerzen
dienten auch darum besonders der Abwehr von Krankheiten und Unwettern, da man
als deren Auslöser die Einwirkung von Dämonen und Hexerei unterstellte . Der
Blick in die Flamme soll auch zur Vorhersage taugen.
Besonders wertvoll sollen die geweihten Kerzen sein, wenn Mariä Lichtmeß auf
einen Sonntag fällt

Ein
weiterer Brauch ist, dass Kränze aus Stroh, Getreideähren oder Efeu gewunden
werden und als Schutz und zur Reinigung an die Haustür gehängt werden
Der wachsende Tag an
Lichtmess lässt auf den Frühling hoffen und viele Wetterregeln knüpfen sich an
ihn

Symbole für Lichtmess
Kerzen, Feuer, Sterne,
Stille, Wacholder und die Sonne. Die ersten Schneeglöckchen und Krokusse,
immergrüne Pflanzen wie Efeu, Eberesche, aber auch Rotklee
und Veilchen.
Milch- und Eierspeisen als Symbol für Fruchtbarkeit und entstehendes Leben

Am 2. Februar macht die
Sonne einen „Sprung” und die Tage werden von nun an deutlich länger — so die
volkstümliche Weisheit:
„Bei Neujahr
wächst der Tag einen Hahnenschritt,
bis Dreikönig einen Hirschensprung
und bis Lichtmeß eine ganze Stund’.
Lichtmeß im Klee -
Ostern im Schnee
Ist's Lichtmeß
licht,
geht der Winter nicht.
Sonnt sich der Dachs
in der Lichtmeßwoche,
geht er hernach für vier Wochen ins Loche.
Ist's an Lichtmeß
hell und rein,
wird ein langer Winter sein.
Wenn es aber stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit.
Lieber den Fuchs im
Hühnerstall,
als zu Lichtmeß einen Sonnenstrahl.
Lichtmeß trüb,
ist dem Bauern lieb.
Der
Lichtmeß-Sonnenschein
bringt großen Schnee herein.
Wenn zu Lichtmeß die
Sonne glost,
gibt's im Februar viel Schnee und Frost

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