 

Sternsingen

Sternträger/In:
Wir sind die Drei aus dem Morgenland,
euch Christen allen wohl bekannt.
Wir gehen jetzt von Haus zu Haus
Und rufen die frohe Botschaft aus.
Caspar:
Ein Stern strahlt in die Weite in dunkler Nacht,
der hat uns Freude ins Herz gebracht.
Melchior:
Ein Herr ward uns gegeben in dieser Welt,
der in unser Leben ein Licht gestellt.
Balthasar:
Das leuchtet uns entgegen durch diese Zeit
Auf allen unsern Wegen zur Ewigkeit.
oder
Caspar:
Der Stern in unsrer schwachen Hand
wird Stern der Hoffnung auch genannt.
Mit diesem Zeichen stehen wir hier,
nun bittend auch vor eurer Tür.
Melchior:
Die wahre Botschaft von dem Stern
führt uns zum Leben unsres Herrn,
der im Gesicht der Armen lebt.
Balthasar:
Wir danken euch für eure Gaben,
für die bestimmt, die wenig haben.
Mag ER dies Jahr euch reich belohnen,
mag Gottes Frieden bei euch wohnen.

Im 16. Jht., urkundl. vermerkt, war es sehr verbreitet.
Es hat sich besonders in
den Niederlanden, Belgien und Deutschland als Brauch eingebürgert.
Damals begann
man vor Weihnachten bis zum 6. Jänner mit dem Sternsingen.

Die Sternsinger erzählten von der Geburt Christi, der Anbetung in
Bethlehem und von Herodes und seinem Ende.
Anschließend baten sie um Gaben wie
Kuchen, Nüsse oder Geld.

Den
Quellen nach haben Kloster- und Chorschüler an Bischofssitzen und Stiften den
Brauch eingeführt. Mit Alben, Kronen, Weihrauchfass und drehbarem Stern
versehen, zogen die Sänger von Haus zu Haus, trugen überlieferte Sprüche und
Lieder vor und erheischten Gaben. Die reformatorische Kritik an der Verehrung
der Könige fand im Sternsingen und in Dreikönigsspielen eine katholische
Antwort.
(Später waren es Schulmeister und Schüler )

Als auf den Bauernhöfen noch mehr Dienstboten arbeiteten, gingen diese
als Heilige Drei Könige verkleidet im Dorf umher um Ihren kärglichen Lohn
aufzubessern. Die Bauern hatten für Sie
Schüsseln voll Kücheln, Rohrnudeln oder Rauhnachtsweckerl gebacken.

Dieser zuerst sehr ernsthaft geübte Brauch drohte streckenweise ins komische
umzuschlagen. So wurden im 18. Jht. oft Schelmenlieder in Psalmenform
vorgetragen. Gegen Ende des 19. Jht. kam das Sternsingen nahezu in
Vergessenheit. Kurzzeitig war das Sternsingen jedoch ausgestorben!

Erst
Schlesienflüchtlinge brachten diesen Brauch nach Deutschland und Österreich
wieder mit.
1955 in Österreich wieder eingeführt,
um 1958 wollte man in
Deutschland den Missionsgedanken fördern und beschloss ebenfalls, die
Wiedereinführung des Sternsingens!

Heute ist das Sternsingen kurz vor und am 6. Jänner im deutschsprachigen Raum
allerorts üblich, verbunden mit der Segnung der Wohnung (Haus).
Die mit dem Dreikönigsfest
verbundene Haussegnung oder -weihe geht auf einen alten
Abwehrsegen zurück, durch den
das Böse und Schlechte von Haus und Hof ferngehalten
werden sollte. Es ging um den
Bann von Feuer, Seuchen und Unfällen. Schon in
vorchristlicher Zeit versuchten
die Menschen durch Zeichen und Sprüche Geister abzuhalten.
Im heutigen christlichen
Verständnis stellt der Dreikönigssegen vor allem die Bewohner des
Hauses in eine besondere
Beziehung zu Gott. Die zeitliche Nähe zum Weihnachtsfest erinnert
an die Menschwerdung Gottes in
Jesus Christus, die Heil und Frieden für die Menschen
bedeutet. Diese Freude
vermitteln die Sternsinger bei ihrem Besuch in Liedern und Segen.

Sternsingen
heißt Geld sammeln
Inzwischen haben
in vielen Pfarrgemeinden katholische Jugendgruppen den alten Brauch
wiederaufleben lassen. Nicht mehr für sich selbst erbitten sie heute Gaben,
sondern für Projekte in Entwicklungsländern, die Kindern zugute kommen.
Die
finanzielle Hilfestellung, die Menschen - ungeachtet ihrer Herkunft,
ethnischen und religiösen Zugehörigkeit - gegeben wird, ist eine konkrete
Konsequenz der Verkündigung.
Wir Christen
engagieren uns für andere, fremde Menschen und nehmen diese in ihren Anliegen
und Veränderungsbemühungen ernst, weil wir damit unserer Glaubensüberzeugung
folgen. Durch diese konkrete Hilfe bekommen Menschen aus "Dritte-Welt-Ländern"
unser Interesse und unsere Solidarität zu spüren. Sie bekommen neben
finanzieller Unterstützung neue Kräfte, um sich für ein lebenswertes Leben zu
einzusetzen.
In Deutschland koordiniert seit
1959 das Kindermissionswerk in Aachen die Sternsinger -Aktion.

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