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26.Dezember Stephanustag
(Stefanstag)
Die Apostelgeschichte
berichtet, daß Stephanus "voll Gnade und Kraft, Wunder und große Zeichen unter
dem Volk tat"
Stephanus war der erste von sieben Diakonen der urchristlichen Gemeinde in
Jerusalem; diese Diakone waren von den Aposteln durch Handauflegung geweiht
worden. Sie waren zugleich für die Glaubensverkündigung zuständig wie auch für
die sozialen Belange der Gemeinde und hatten den Rang von Gemeindeleitern, die
in ihrer Bedeutsamkeit nahe an die Apostel heranreichten (Apostelgeschichte 6, 1
- 7). Stephanus galt als herausragender Prediger.

Durch eine seiner Predigten geriet Stephanus mit den hellenistischen Juden
Jerusalems in Konflikt. Sie brachten ihn unter dem Vorwurf der "Reden wider die
heiligen Stätten und das Gesetz" vor den Hohen Rat (Apostelgeschichte 6, 8 -
15). Er durfte seine Verteidigungsrede, in der er seinen christlichen Glauben
bekannte, nicht zu Ende führen. Die Richter sahen sein Antlitz wie das eines
Engels strahlen, hielten sich aber die Ohren zu vor seiner flammenden
Verteidigungsrede, mit der er sein Bekenntnis durch Berufung auf Mose und die
Propheten ablegte. Die in Apostelgeschichte 7, 2 - 53 wiedergegebene,
eindrucksvolle Rede belegt, dass Stepahnus noch vor Paulus den universellen
Anspruch des Christentums verkündete.

Stephanus wurde als Lästerer verurteilt und von der aufgebrachten Menge vor den
Stadttoren - nach der Überlieferung beim Damaskus-Tor - gesteinigt. Stephanus
sah den Himmel offen, kniete, seinen Widersachern vergebend, im Gebet nieder und
starb (Apostelgeschichte 7, 54 - 60). Saulus von Tarsus, der spätere Paulus,
stimmte nach eigenem Bekunden der Hinrichtung zu und bewachte die Kleider der
Zeugen, die gegen Stephanus ausgesagt hatten. Stephanus' Steinigung war der
Auftakt zu einer großen Christenverfolgung in Jerusalem Apostelgeschichte 8, 1 -
3).

Von
Nikodemus und Gamaliel wurde Stephanus nach der Überlieferung in einem neuen
Grab des Ackers von Gamaliel begraben. Hier setzen die besonders gefeierten
Ereignisse der Legende ein:
Einem Priester Lucianus erschien zur Zeit des Kaisers Honorius um 417 dreimal
Gamaliel als würdiger Greis im weißen, goldgestickten Gewand; er forderte ihn
auf, die Gebeine aus den verwahrlosten Gräbern zu überführen, die an vier Körben
zu erkennen seien: an einem goldenen Korb mit roten Rosen das Grab des Stephanus,
an zwei weiteren goldenen Körben mit weißen Rosen die Gräber des Nikodemus und
des Gamaliel, an einem silbernen Korb mit Saffran schließlich das Grab von
Gamaliels Sohn. Lucianus und die Bischöfe von Jerusalem fanden die Gräber und
bestatteten Stephanus in der Zionskirche von Jerusalem.

Jahre darauf starb ein Senator aus Konstantinopel in Jerusalem und ordnete an,
neben Stephanus begraben zu werden, dem er eine Kapelle hatte bauen lassen. Als
nun dessen Frau nach Konstantinopel zurückkehren und den Sarg ihres Mannes
mitnehmen wollte, verwechselte sie ihn mit dem des Stephanus. Auf dem Schiff
hörte man erst der Engel Gesang, dann aber das Wüten der Dämonen, die dem Schiff
mit Untergang drohten, aber vom Erzengel Michael in den Abgrund gedrängt wurden.
Der Sarg des Stephanus wurde in Konstantinopel in einer Kirche beigesetzt.
Wieder Jahre darauf wurde Eudoxia, die Tochter des Kaisers Theodosius, schwer
von Dämonen besessen, die ihr andeuteten, nur Stephanus könne sie heilen. Ihr
Vater ließ Eudoxia nach Konstantinopel kommen, dort forderte der böse Geist die
Überführung der Gebeine des Stephanus nach Rom, was 425 ausgeführt wurde, worauf
ihre Heilung erfolgte. 560 sollte er in der Krypta von S. Lorenzo fuori le mura
in Rom neben dem Leichnam des römischen Diakons Laurentius bestattet werden,
worauf dessen Leichnam zur Seite gerückt sei, um seinem Vorbild Stephanus Platz
zu machen.
In
der Krypta dieser römischen Kirche enthält ein antiker Sarkophag die Gebeine von
Stephanus und Laurentius. Ein Mosaik der unter Papst Pelagius II. um 585
erweiterten Kirche stellt Stephanus mit Pelagius, Laurentius mit Hippolytus dar.
Stephanus und Laurentius gelten als die Stadtpatrone von Rom, seitdem wurden die
beiden Erzdiakone und Erzmärtyrer häufig zusammen dargestellt. Sie gehörten zu
den im Mittelalter am meisten verehrten Märtyrern.

Stephanus wurde im Osten schon im 4. Jahrhundert, im Westen seit dem 5.
Jahrhundert verehrt.
Das
Fest des Stephanus am Tag nach dem der Geburt Jesu wurde schon seit der
Einführung des Weihnachtsfestes begangen, wodurch die Freude über die Geburt und
die Trauer über die Bedrohtheit des Lebens ganz nahe zusammen gesehen wurden. Im
Mittelalter förderten besonders die deutschen sowie die ungarischen Könige und
Kaiser seinen Kult.
Besondere Bedeutung erlangte Stephanus für Pferde, die in seinem Namen gesegnet
wurden, am Stephanstag wechselten Pferdeknechte und Kutscher ihren Arbeitgeber.
Gesegneter Rotwein, in den ein Stein versenkt wurde, galt als Heilmittel. An
Arme wurde am Stephanstag Brot ausgeteilt, womit die ursprüngliche Tätigkeit der
Diakone nachvollzogen wurde.

Der
Brauch hat aber überlebt und wird manchenorts in Böhmen und Mähren wieder ins
Leben gerufen, fast ausschließlich aber nur in den ländlichen Regionen. Seit eh
und je zogen am St. Stephanstag durch das Dorf von Haus zu Haus die "kolednici",
zumeist Kinder, die ihren Mitbewohnern Glück und Gesundheit wünschten und "koledy"
Weihnachtslieder sangen. Dafür wurden sie mit Nüssen oder Trockenobst, einem
Stück Kuchen und hie und da auch mit einem Groschen belohnt. Doch nicht nur
Kinder wollten sich an diesem Tag ihr Dasein versüßen. An diesem Tag begaben
sich oft auch arme Dorfbewohner oder der Dorfschäfer, manch armer Dorflehrer u.a.
auf den Streifzug, um sich dadurch das Leben wenigstes kurzfristig zu verbessern
Zu den bekanntesten
Liedern, die dabei gesungen wurden, gehört der Titel "Nesem vam novinu",
auf Deutsch etwas "Wir bringen euch eine Nachricht". Bestimmt kennst du die
Melodie auch, der deutsche Titel lautet allerdings "Kommet Ihr Hirten


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