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Myrrhe
Commiphora
(semit.
murr bitter)
Familie der
Weihrauchgewächse - Burseraceae
Ein
„Gummiharz, das zur Salben- und Parfümherstellung verwendet wird Die Myrrhe wird
seit mindestens 3 000 Jahren bei vielen Völkern als Räucher-, Kult- und
Heilmittel verwendet.
Das
Myrrhenharz ist das sich selbständig ausschwitzende aromatische Gummiharz eines
Strauches oder kleinen Baumes aus der natürlichen Familie der Burseraceen,
Balsamodendron Ehrenbergianum (Berg), der im südlichen Arabien und gegenüber an
der Westküste des Roten Meeres heimisch ist. Die Stammpflanze der Myrrhe wächst
in Somaliland. Sie wird knapp 3 m hoch.
Das Gewächs hat aschgraue Rinde, dornige Äste, dreizählige Blätter und trägt
erbsengroße, ein- bis zweisamige Steinfrüchtchen.

Lange Zeit blieb es unbekannt, von welchem Gewächs die M. stamme.
Der austretende Milchsaft ist anfänglich ölig, dann butterartig,
gelblichweiß und erhärtet schließlich zu gelblichen bis rötlich braunen
rundlichen und sonst unregelmäßigen Stückchen von Erbsen- bis Wallnußgröße.
Die Masse ist etwas durchscheinend, auf der Oberfläche rauh und uneben, meist
etwas bestäubt, leicht zerbrechlich und pulverisierbar, auf dem Bruche
wachsglänzend.

Sie besitzt einen eigentümlichen Wohlgeruch und aromatisch bittern
Geschmack, bläht sich beim Erhitzen auf, ohne zu schmelzen und verbrennt mit
leuchtender rußender Flamme unter Verbreitung eines starken Wohlgeruches.
Die Myrrhe besteht aus einem Gemenge von Gummi und einem eigentümlichen
Harz, löst sich daher weder in Wasser noch in Weingeist völlig.
Letzterer entzieht ihr etwa 20-30% und bildet eine rötlich gelbe klare Tinktur.
Geruch und Geschmack hat der Stoff von seinem Gehalte an einem dickflüssigen,
gelben ätherischen Öl, der etwa 21% beträgt.
Durch Verletzen der Rinde wird die Ausbeute erhöht.
 
Myrrha die
Mutter des Adonis
Am bekanntesten ist wohl eine Geschichte aus der griechischen Mythologie.
Nach der war
Myrrha oder auch griechisch Smyrna die Tochter des ersten Königs auf Zypern,
Kinyras. Durch einen Liebeszauber Aphrodites verliebte sich Myrrha in ihren
Vater und verführte ihn unerkannt 12 Nächte lang. Als der Vater erfuhr, dass es
seine eigene Tochter war, die ihn umgarnt hatte, wollte er sie töten. Doch
Myrrha flüchtete und flehte die Götter an, sie unsichtbar zu machen. Die Götter
hatten Mitleid und so wurde Myrrha in einen Baum verwandelt – den Myrrhenbaum,
dessen Harz die Tränen der schönen Königstochter sein sollen. Doch damit ist die
Geschichte nicht beendet. Aus der leidenschaftlichen Liebe zwischen Vater und
Tochter entstand ein Kind und nach neun Monaten gebar der Myrrhenbaum einen Sohn
– Adonis. Dieser entwickelte sich zu einem für seine Schönheit bekannten
Jüngling, der leider in jungen Jahren auf der Jagd von einem Eber getötet wurde.
Aphrodite – und hier schließt sich der Kreis – verlor mit seinem Tod ihren
Geliebten, denn auch sie war der Schönheit Adonis’ erlegen. Doch sie wollte sich
damit nicht abfinden und bat Persephone, die Fruchtbarkeitsgöttin darum, dass
Adonis jedes Jahr für sechs Monate auf die Erde zurückkehren durfte, was ihr
auch gewährt wurde.
 
Seit dieser Zeit und in verschiedenen Kulturen werden die Tränen von Myrrha für
rituelle Zwecke benutzt. Am häufigsten diente das Harz als Räucherstoff zur
Ehrung der Götter. In Ägypten opferte man drei mal täglich dem Sonnengott Ra,
wobei man am Morgen Weihrauch und in der Mittagszeit Myrrhe räucherte.
 
Auch bei der
Einbalsamierung der Toten verwendete man Myrrhe, insbesondere bei der Füllung
des Magens der Toten.
Die Juden benutzen ebenfalls Myrrhe bei ihren Totenbestattungen und in der
christlichen Tradition ist sie am bekanntesten als Geschenk der drei Weisen aus
dem Morgenland. Doch Myrrhe begleitete Jesus bis zu seinem Tod, denn nach
Überlieferungen soll Jesus vor seiner Kreuzigung mit Myrrhe vermischter Wein
angeboten worden sein, um ihn zu betäuben. Jesus lehnte jedoch ab. Als Symbol
für den „Tod des Herrn“ spendete der Pharisäer Nikodemus zum Begräbnis Jesu 100
Pfund Myrrhe und Aloe.
 
Myrrhe
diente jedoch nicht nur den Toten, auch die Lebenden erkannten frühzeitig die
Heilkraft des Harzes. Bei den verschiedensten Leiden, besonders bei
Verdauungsstörungen und Husten und bei äußeren Entzündungen nutzte man Myrrhe.
Auch Hildegard von Bingen verwendete sie bei hohem Fieber. Leider ist die
Wirkungsweise von Myrrhe heute kaum nachgewiesen. Doch seine desinfizierende,
entzündungshemmende und zusammenziehende Wirkung ist allgemein anerkannt und
wird hauptsächlich bei der Behandlung von Entzündungen im Mund- und Rachenraum
genutzt. Hierfür bieten Apotheken eine gebrauchsfertige Tinktur an, die sich bei
Verletzungen der Mundschleimhaut, bei Druckstellen durch Zahnprothesen oder bei
Parodontose als sehr hilfreich erwiesen hat. Die Tinktur wird dabei unverdünnt
mit Hilfe eines Wattestäbchens auf die betroffenen Stellen aufgetragen oder
verdünnt mit Wasser zum Gurgeln benutzt. Innerlich wird Myrrhe bei Bronchitis
empfohlen, denn schon seit langem ist seine lösende und Abhusten befördernde
Wirkung bekannt. Auch bei leichten Darminfekten und Verdauungsstörungen kann
Myrrhe auf natürliche Weise Linderung bringen.
 
Seit langem haben auch die Winzer die desinfizierende Wirkung des Balsamharzes
für sich entdeckt und nutzbar gemacht. Durch das Harzen der Fässer schützen sie
diese vor Keimen und geben ihnen gleichzeitig ein unverwechselbares Aroma, das
sich im Wein niederschlägt. Wer einmal einen geharzten Wein, beispielsweise den
griechischen Retsina, getrunken hat, wird dies sicher bestätigen können.
Wohlriechendes Harz
 
Auch für unseren Geruchssinn ist das ätherische Öl der Myrrhe ein besonderes
Erlebnis, denn was den Göttern der Antike gefiel, kann auch uns Menschen
entzücken. Und so wurde und wird Myrrhe auch gern als Rauchwerk zur
Raumbeduftung verwendet und kann hierbei auch mit anderen Duftstoffen kombiniert
werden, ganz nach dem „Geschmack“ des Bewohners. In orientalischen Parfüms ist
es häufig als Duftkomponente enthalten.
 

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