
Heiliger Abend
24.Dezember
Wenn am
Vorabend des Christfestes, dem Heiligen Abend, die erwartungsfrohen Kinder mit
den Eltern spätnachmittags in den Gottesdienst gehen und wenn später im Kreis
der Familie unter dem festlich geschmückten Weihnachtsbaum die Bescherung
vorgenommen wird, dann befinden wir uns in einer guten Tradition, die schon
unseren Vorfahren Trost und Erbauung schenkte.
Doch
ist die Tatsache, dass Weihnachten mit der Bescherung am Abend des 24. Dezember
gefeiert wird, eine recht neue Entwicklung. Sie beruht auf der liturgischen
Regel, dass alle großen Feste eine Vigil besitzen müssten, eine Art Nachtwache,
in der man sich betend und wachend auf das bevorstehende Fest vorbereitet. Dabei
spielt die im jüdisch-christlichen Kulturkreis überlieferte Idee eine Rolle,
dass ein Tag bereits am Vorabend mit Einbruch der Dunkelheit beginnt.
Bis
zum 18. Jahrhundert fand der Weihnachtsgottesdienst am 1. Weihnachtstag je nach
lokalen Gegebenheiten zwischen 3 und 5 Uhr morgens statt. Nach Beiwohnen des
besonders feierlichen, bis zu 2 1/2 Stunden dauernden Gottesdienstes, der den
absoluten Höhepunkt des Weihnachtsgeschehens darstellte, gab es noch vor
Hahnenschrei eine Bescherung.
Erst
die Verlagerung der Christmette auf Mitternacht und schließlich - vor allem im
protestantischen Bereich - auf diverse Nachmittags- und Abendgottesdienste,
legitimierte die Bescherung am Heiligen Abend. Begleitet wird diese durch
regional unterschiedliche, von Generation zu Generation weitergegebene
Familientraditionen wie Singen und Gedichte aufsagen, die nach Jahrhunderten des
regen Wandels an Vielfalt kaum zu übertreffen sind.
Die
Kunstfigur des Christkinds (auf Bildern meist mit Engelsflügeln
dargestellt)
Urheber der Figur des
Christkindes ist indirekt Martin Luther. Der wollte den bis dahin für die
Geschenke zuständigen
Nikolaus – der auf den heilig gesprochenen Bischof Nikolaus von Myra zurückgeht
- in seinem allgemeinen Kampf gegen die Verehrung von Heiligen zurückdrängen.
Daher
verlegte er 1535 die bisher am Nikolaustag gebräuchliche Kinder- und
Familienbescherung auf Weihnachten. Die Gaben brachte nun nicht mehr der heilige
Nikolaus, sondern der "heilige Christ". Für die Kinder und die einfachen Leute
war diese Figur zu anonym und gestaltlos und wurde daher nach und nach zum
Christkind verniedlicht.
Das Christkind es bringt die Geschenke heimlich in der Dämmerung des
24.
Dezembers und wenn man genau hinhört kann man sein silbernes Glöckchen läuten
hören,.gif)
das ist
dann das
Zeichen, dass das Christkindl schon da war und die Kerzen am Weihnachtsbaum
angezündet hat.

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