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Rauhnächte -
21. Dezember bis 5. Januar
Die Rauhnächte
waren bei unseren Vorfahren Heilige Nächte.
In ihnen wurde
möglichst nicht gearbeitet, sondern nur gefeiert, wahrgenommen und in der
Familie gelebt wurde.
Diese
Rauhnächte gingen immer von Nacht zu Nacht.
Also von 24.00 Uhr an Heilig Abend, der "Mutternacht" bis 24.00 Uhr am 25.
Dezember - das war die erste Rauhnacht. ( ursprünglich auch der 21. Dezember:
die Nacht vom Thomastag die längste Nacht des Jahres ),

"Nacht" deswegen, weil wir uns nach dem
keltischen Jahreskreis in der Jahresnacht befinden.
Somit ist der ganze Tag "Nacht".
Es gibt also 12 Rauhnächte!
Wobei es Regional unterschiede in der Zahl
dieser Nächte in der Winterzeit gibt, dennoch bleiben vor allem 4 Raunächte
von Bedeutung, wobei einem alten Sprichwort folgend, zwei 'feiste' (24.12. und
5.1.) und zwei 'magere' (21.12. und 31.12.) sind.
die
Nacht vom 5./6.Januar ist wieder eine besondere Nacht, die Perchten -Nacht.
Danach ist dann Heilig-Drei-König.
Diese vier Raunächte galten mancherorts als
derart "gefährlich", dass sie mit Fasten und Beten begangen wurden.
.Die Zeit galt als besonders heilig, gleichzeitig war es eine Zeit, in der
vermehrt Bräuche stattfanden

Die Alten
benutzten jede dieser Rauhnächte für einen Monat des Jahres zum Deuten und
Orakeln.
Somit
steht die erste Rauhnacht für den Januar, die zweite für den Februar und so
fort.
Sie beobachteten alles: Wetter, wie das Essen geschmeckt hat, ob gestritten
wurde oder ob es friedlich zuging. Ob an diesem Tag alles glatt lief oder es
Probleme gab. Und wenn ja, welche Probleme usw.
Alles, auch das noch so unwichtige, hatte eine Bedeutung. Und wer es verstand,
der konnte den dazugehörigen Monat im Vorhinein deuten.
Man konnte das Ganze auch noch weiter differenzieren.
So waren immer zwei Stunden einer Rauhnacht stellvertretend für einen kommenden
Monat. Die ersten beiden Stunden von 0.00 Uhr bis 2.00Uhr in der Nacht standen
immer für den Januar, die nächsten zwei für den Februar und so fort bis zu den
letzten beiden Stunden, die für den Dezember standen. Und das jeden Tag.
Dann gab
es besondere Tage, wie der 28. Dezember und der 5. Januar.
Diese Tage waren geeignet, alles wieder aufzulösen und zu erlösen.
Angenommen, man hatte die ersten drei Tage nur Streit, das Wetter war grauenvoll usw.,
dann hatten man am 28. Dezember, dem Tag der Kinder - die Möglichkeit - alles
wieder gut zu machen und aufzulösen. Dazu war es wichtig, sich alles nochmal
genau vorzustellen und dann in weißes Licht zu tauchen oder in violettes und es
verwandeln zu lassen in etwas positives.
Das gleiche konnte man am Ende auch nochmal machen - also am 5. Januar.
Drum wurden diese Rauhnächte vorsichtig und wachsam begangen, da sie das ganze
kommende Jahr in sich bargen und jeder selber dafür verantwortlich war, wie er
die Weichen stellte. 
Die erste, die
Thomasnacht (21.Dezember) bleibt eher im Hintergrund. An den drei anderen
Raunächten (24.12., 31.12. und 5.1.) gibt es in den Häusern das 'Rauka gehen',
das Räuchern.
daher das
Wort
Rauhnacht es ist entstanden durch das ausräuchern der Räume eines Hauses .Man
hat früher die Krankenzimmer etc. mit Wacholderholz und Beeren ausgeräuchert, um
die Infektionsgefahr zu verringern, ursprünglich wahrscheinlich durch einen
Priester Die Stallungen und Höfe der Bauern werden mit Weihrauch ausgeräuchert
und mit Weihwasser besprengt., um Unheil abzuwehren: Aus "Rauchnacht" wurde
"Raunacht".
In ein Gefäß
oder auf eine kleine Schaufel einer Pfanne
oder einem anderen Behälter wird Glut aus dem Herd gegeben auf
die Glut legt man Weihrauch, Teile des am Palmsonntag geweihten Palmbesens oder
andere geweihte Kräuter.
In
manchen Gegenden (Südtirol, Osttirol) wird über den Rauch eine Kopfbedeckung
(Hut, Kopftuch,..) gehalten und dann aufgesetzt. Man glaubt(e), daß man dadurch
unterm Jahr vor Kopfschmerzen sicher sei.
.Damit geht der Hausherr oder die Hausfrau nun
durch alle Räume des Hauses, in alle Nebengebäude, rund um das Haus und am
Bauernhof auch zum Vieh in den Stall. Hinter dem
Vorbeter mit der Rauchpfanne geht eine zweite Person mit Weihwasser versprengt es und
betet dazu.
Damit wird der Segen für Haus und Hof erbeten
und die bösen Geister und alle Teufel
Geister und Dämonen zu vertreiben.
Bis heute gehört das Räuchern zu den Ritualen, das Böse zu verbannen und zu
vertreiben

In diesen Nächten ist es auch verboten Karten
zu spielen und es ist ratsam sich vor der 'Wilden Jagd' zu hüten. Viele Legenden
ranken sich um derartige Begegnungen oder um die Missachtung des Spielverbotes.
Es ist auch darauf zu achten, dass in diesen Nächten keine Wäsche zum Trocknen
aufgehängt wird, da ansonsten, nach altem Glauben, jemand aus der Familie oder
Nachbarschaft stirbt. Das habe ich als Kind immer wieder von meiner Oma gehört
,so das es mir auch heute noch nicht möglich ist in dieser Zeit große Wäsche zu
waschen, erlaubt war nur Kranken und Babywäsche.

In der
Weihnachtszeit wird orakelhaft das kommende Jahr abgelesen, darum werden
die 12 Raunächte zwischen dem 25.12. und 6.1. auch" Losnächte" genannt.
Los kommt von losen = vorhersagen. Diese 12 Losnächte werden für eine Prognose
des kommenden Jahres genutzt. Jede der zwölf Nächte entspricht dabei einem der
zwölf Monate.

Die
Beschaffenheit der pelzumrahmten Masken der Perchten: Althochdeutsch bedeutet
"ruh" so viel wie "rau, haarig, behaart". Darauf beruht auch die Bezeichnung
"Rauchwaren" für Pelze.
Da nach
alten, ja teilweise auch heute noch im alpenländischen Raum aktiven
Volksglauben, böse Dämonen in den 12 Nächten unterwegs sein sollen, um Haus und
Hof einzunehmen.
Die Rauhnächte - in vielen alpinen Gegenden wie dem Salzkammergut nach wie vor
ein mystisches Ereignis, bei dem Perchten, Hexen und andere eigenartige
Gestalten ihr Unwesen treiben - sind tief verwurzelte Volksbräuche bei denen,
der Überlieferung nach, die gejagten Seelen auf die Erde kommen und ihr Unwesen
treiben.
Geister
und Fabelwesen werden in den zwölf Rauhnächten zur Bedrohung für Mensch und
Tier, Phantasie und Realität verschwimmen:
Versunkene
Schlösser und Schätze steigen empor, Zwerge kommen zu Besuch und müssen bewirtet
werden.
Wesen mit
hölzernen Teufelsmasken und Fellkostümen ziehen scheppernd und wild
gestikulierend durch die Straßen: Auch die Perchten mögen die bösen Geiser
vertreiben!

In der
Weihnachtsnacht geschieht auch sonst Außergewöhnliches.
Tiere können
reden,
Bäume blühen und
tragen Früchte,
die Glocken
versunkener Kirchen läuten.

Die Zwölf Nächte
waren bereits bei den Germanen bekannt. In dieser Zeit steht nach altem
Volksglauben das Geisterreich offen und die Seelen der Verstorbenen ziehen umher
Ahnen und Gottheiten kehren bei den Menschen ein, Geister zeigen sich. Dämonen
können Umzüge veranstalten oder gar als Wilde Jagd durch die Lande ziehen.

Altem
Volksglauben zu Folge seien die Rauhnächte deswegen für das durchführen von
Orakeln sehr geeignet. Im Silvesterbrauchtum wird dieser Glaube - wenngleich in
erster Linie aus Geselligkeit - in Form des Bleigießens bis heute weiter
gepflegt. In
weiteren
vielfältigen Ritualen versucht man, nicht nur das Böse zu bannen, sondern auch
die Zukunft vorherzusehen und zu deuten.
Frauen und Kinder
müssen nach Einbruch der Dunkelheit im Haus bleiben, die Wohnräume, die
Spinnstube, Küche und Werkstatt mussten aufgeräumt sein, die Wäsche musste von
der Leine abgenommen sein, um sich nicht den Groll der Dämonen zuzuziehen.
Die Zeit der Sonnwende und des Jahreswechsels hat die Menschheit schon immer
beeindruckt und beschäftigt .

Schon in
vorchristlicher Zeit wurde die Wintersonnwende als Geburt der Sonne gefeiert.
Sie ist eine Zeit des Kampfes des Lichts mit der Finsternis, des Guten mit dem
Bösen. Einige alte Bräuche oder Märchen zu den Rauhnächten mögen den heutigen
Betrachter zum Schmunzeln anregen, andere machen nachdenklich oder besinnlich.

Wolf-Dieter
Storl schreibt in seinem Buch: "Naturrituale" (unter der Rubrik "Schamanismus"
zu finden) über eine solche Begegnung mit diesem Wilden Heer zu Winterzeit:
"Wir wohnen
abgelegen, fern von jedem Dorf... In den Wintertagen, wenn wir eingeschneit sind
und es ganz still ist, da kommt es gelegentlich vor, daß sich in den Momenten
zwischen Schlafen und Wachen eigenartige Wesen zeigen.
Soft sind sie buckelig und verküppelt, manchmal jedoch verführerisch schön; ihre
Gesichter erinnern an die Perchten und Masken der alemannischen Fasnacht, an
tibetische Dämonenmasken oder an die "Falschen Gesichter", mit denen die
Irokesen die Krankheitsdämonen darstellen.
Sie sind alle irgendwie leidend, es fehlt ihnen etwas, zugleich sind sie
erschreckend und furchterregend.
Wenn ich diese Entitäten wahrnehme und dabei Angst bekomme oder gar gegen sie
ankämpfe, dauert es erfahrungsgemäß nicht lange und ich oder jemand im Haus oder
Stall wird krank.
Es ist besser, wenn ich den Mut fasse, ihnen zu sagen, sie sollen weiterziehen.
"Wohin sollen wir ziehen!", fragen sie meist mit rauhen Geisterstimmen.
Da sag ich: "Zieht nach Osten, geht ins Licht, der Heiland kann euch geben, was
euch fehlt!"
Manchmal klagen sie: "Aber wir haben kein Reisegeld."
Dann gebe ich ihnen einen Kupferpfennig. Mit ihrem Glückspfennig ziehen sie
weiter, und das Haus bleibt vor einer Krankheit verschont.
Nach solch einem Besuch räuchern wir oft mit Beifuß, Wacholder und Mariengras,
um die Atmosphäre zu reinigen."
Und dann
beschreibt er noch ein weiteres Beispiel einer solchen Begegnung:
"In der Nacht
träumte ich, daß eine Gruppe recht wilder, verwegener Wanderer ins Haus
hereinspazierte.
Ich stellte mich ihnen in den Weg, als sie durch die Tür ins Haus
drangen: "He, was soll das, was macht ihr!"
Aber sie ließen sich nicht aufhalten, sie spazierten munter an mir vorbei. Ich
regte mich aber nicht sonderlich auf und gab mich eher freundlich. Einer
berührte mich.
"Du hast erhöhte Temperatur", sagte er.
Als ich kurz darauf aufwachte, war mir tatsächlich heiß, und die Haut war
feucht.
Nun wusste ich, das war kein gewöhnlicher Traum, sondern ein Besuch.
Naturgeister, die mit dem starken Schneefall über das Land zogen, sind mir durch
Leib und Seele spaziert.
Ihre Berührung war ein Geschenk.
Ich konnte es nehmen, wie ich wollte.
Es war wie des Messers Schneide - so oder so:
Entweder ich würde physisch krank werden, bekäme Fieber, oder ich würde mich
beim Schreiben mit dem Feuer der Inspiration erhitzen und etwas Schönes
herüberbringen, eine echte MÄR (althochdeutsch, "eine Botschaft aus
übersinnlichen Welten", im Sinne von Luthers Weihnachtslied: "Vom Himmel hoch,
da komm ich her, ich bring euch gute, neue Mär").
Wenn ich Angst gehabt hätte, ihnen die Gastlichkeit verwehrt oder den Besuch
einfach nicht bewusst erlebt hätte, wäre ich wirklich krank geworden und hätte
wohl die Woche im Bett verbringen müssen.
Aber ich nahm es nicht auf körperlicher Ebene an, sondern als Feuer der
Begeisterung."
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