vor 200 Jahren als heiraten noch ein Geschäft war
Einen Blick auf die Bräuche in Oberschwaben zeigt dass Liebe beim Heiraten meist
keine Rolle spielte.
Hier einige Beispiele : bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ging es Ohne
Brautschau nicht vor den Traualtar .Das bedeutete das sich die Familien auf
Ihren Höfen trafen und ließen sich von den zukünftigen Anverwandten buchstäblich
unter die Matratze schauen. Skeptisch gingen die Älteren durchs Haus und
öffneten Truhen und Schränke zählten die Tassen im Schrank und die Kühe im
Stall.
Trotz dieser Kaufmännischen Einstellung zur Heirat ,fehlte es an Ritualen und
Symbolen zur Liebe nicht.
Am Tag vor der Hochzeit wurde die Aussteuer der Braut unter dem Jubel des
ganzen Dorfes ins neue Heim gebracht. Die mit Truhen , Schränke und Spinnrad
beladene Kutsche lockte viele Zuschauer an, die die Brautleute beglückwünschten
oder hinter vorgehaltener Hand dann über den Wert des Hausrates lästerten.
Vor 1878 hing es aber von den Stätten und Gemeinden ab , ob jemand den Bund
der Ehe schließen durfte.
Für die Mitte des 19. Jahrhunderts hieß das wer nicht über mehr als 200
Gulden Mindestvermögen verfügte konnte nicht vor den Traualtar.
Aber das werfen des Brautstraußes den Polterabend und die unverzichtbare
Knöpflesuppe gab es schon damals.
mehr dazu in einem Buch zu lesen Hochzeit im Oberland : aus der Biberacher
Verlagsdruckerei

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