Hl. Blasius - Gedenktag am 3. Februar
Sein Geburtsdatum ist
unbekannt. Er soll Arzt gewesen sein, der Überlieferung nach lebte Blasius am
Anfang des 4. Jhdts. als Bischof von Sebaste in Armenien zu einer Zeit, als die
schlimmsten Christenverfolgungen bereits vorbei waren. Es war die Zeit des
milden Kaisers Konstantin (280 - 337), der im Jahre 313 das Toleranzedikt von
Mailand erließ, in dem festgeschrieben stand, daß niemand wegen seines Glaubens
verfolgt werden durfte. Das Christentum stand nun gleichberechtigt neben
heidnischem Glauben, und damit war der Weg zur Staatsreligion eingeleitet.
Des Kaisers Schwager und
Mitregent Licinius hatte das Edikt ebenfalls unterschrieben.

Nachdem es zwischen
Licinius und Konstatin zum Zerwüfnis kam, untergrub Licinius die Anordnungen,
und es kam erneut zu grausamen Christenverfolgungen.
Konstatin konnte 324
Licinius in Addianopel besiegen. Zu spät für Blasius!
Bischof Blasius wurde auf
Anordnung des Licinius von seinem Statthalter Agricola 316 gefangen genommen,
und mit eisernen Kämmen hat man ihm das Fleisch zerfetzt, doch mit ungebeugtem
Leidensmut bekannte er sich weiterhin zum Christentum.

Viele Menschen kamen zu ihm
in den Kerker, z.B. ein Bauer, dem ein Wolf ein Schwein gerissen hatte. Die
Legende erzählt, daß nach der Fürbitte durch den Heiligen der Wolf das Schwein
zurückbrachte. Deshalb sieht man Blasius manchmal zusammen mit einem
Schweinskopf abgebildet.
Die bekannteste Legende
schildert jedoch die Rettung eines Knaben vor dem Erstickungstod.
Während seiner Kerkerhaft
brachte eine Mutter zu ihm an das Zellenfenster ihren Knaben, der wegen einer
Fischgräte im Hals dem Tode nahe war. Blasius rettete mit seinem Segen das Kind.
Die beiden Kerzen in
Kreuzform wollen auf das Heil hinweisen, das vom Kreuz kommt. Der hl. Blasius
wird bei allen Halskrankheiten angerufen
.
Blasius ist im Orient
bereits im 6.Jahrhundert als Patron gegen Halsleiden bekannt, im Abendland
spätestens seit dem 9.Jahrhundert. Im Mittelalter wird der Heilige volkstümlich.
Reliquien gelangen nach Tarent, St. Blasien, Mainz, Trier, Braunschweig, Paris
und Dubrovnik.

Mit seiner Verehrung
wachsen auch seine "Zuständigkeiten": Bald wurde er auch bei Blutungen,
Geschwüren, Koliken, Pest und Zahnschmerzen angerufen.
Ganz einfach von seinem
einprägsamen Namen leitete die Volksfrömmigkeit seine Patronate gegen
Blasenleiden, Windschäden und für Musiker ab. Darüber hinaus dient er als
Schutzherr der Ärzte, Bäcker, Hutmacher, Wachszieher (Kerze), Weber,
Wollarbeiter (wegen der Kämme seines Martyriums) und Windmüller. Als Viehpatron
bewahrt er die Haustiere und Herden vor Wölfen, als Wetterheiliger war er für
die Bauern wichtig am Ende des Winters und beim Übergang zu den
Frühlingsstürmen. Der Blasiustag wurde deshalb festlich begangen.

Blasius wird meist im
Bischofsornat dargestellt als Attribute wechseln sich ab Kamm, Kerze (n), Buch,
Wolf, Schwein und Wachsstock.
Aus dem reichen Brauchtum
blieb uns der Blasiussegen erhalten. Er wird nach den Gottesdiensten am 2. oder
3. Februar über zwei gekreuzte brennende Kerzen gespendet.
Die Segensformel lautet:
"Durch die Fürsprache des hl. Bischofs und Märtyrers Blasius befreie und bewahre
dich der Herr von allem Übel des Halses und jedem anderen Übel."

Natürlich verlangt die
Kirche von uns nicht den Glauben, der hl. Blasius helfe gegen gefährliche
Fischgräten. Doch vermittelt sie mit dem Segen die Gewissheit, dass Gott wie dem
Heiligen uns in jeder Lebenslage nahe ist und wir ihn um seinen Beistand anrufen
dürfen.

Der hl. Blasius gehört zu
den 14 Nothelfern, die einzeln für sich oder in Kleingruppen schon sehr
früh Anrufung genossen haben. Zentrum der Verehrung wird ab dem 14. Jahrhundert
Regensburg, wo speziell die Dominikaner und Franziskaner den Zusammenschluss der
14 Heiligen fördern. Die Gesellschaft war durch Kriege, Pest, Hungersnöte, aber
auch der Spaltung im kirchlichen Bereich erschüttert und strebte nach einer
Intensivierung der Heilsversicherung.
Zu den 14 Nothelfer zählen
die 3 Bischöfe Dionysius (gegen Kopfschmerzen), Erasmus
(gegen Leibschmerzen), und Blasius (gegen Halsleiden);
die 3 "hl. Madl"
Barbara (in der Todesstunde), Margareta (bei der Geburt) und
Katharina (gegen Kopfleiden),
siehe auch
3
König Brauchtum;
die 3 Ritter
Georg (für Reiter und Pferde),
Achatius
(Todesangst), und Eustachius (in aller Not),
sowie der Arzt,
Pantaleon (alle Krankheiten),
der Mönch Aegidius
(bei der Beichte),
der Diakon
Cyriakus (gegen Besessenheit),
der Knabe Vitus
(gegen Epilepsie und Tollwut). und Christophorus (gegen
unvorbereiteten Tod)
Auch der hl. Nikolaus
wird ihnen mitunter zugerechnet.

Durch das Zusammenfügen von
in einzelnen gesellschaftlichen Kreisen beliebter Heiliger, gleichsam zu einer
neuen Heiligenphalanx suchten die Bettelorden die Patronage der einzelnen
Fürsprecher zu erhöhen und den Kreis der Fürbitter zu erweitern. So sollten
beispielsweise die 3 hl. Bischöfe die bischöflichen Stadtherren, die 3
ritterlichen Heiligen den Adel auf dem Lande ansprechen.

Von Regensburg strahlte die
Verehrung der 14 Nothelfer nach Franken aus, wo sich in Bamberg, im Nürnberger
Raum und im nördlichen Bereich des Bistum Bambergs und Würzburgs neue Zentren
ausbildeten. Dies gilt besonders für die Zeit nach der wundersamen Erscheinung
der 14 Nothelfer im oberen Maintal 1446 (heutige Wallfahrtskirche
Vierzehnheiligen).
Nicht immer werden die 14
Heiligen zusammen dargestellt.

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