Zur Ausstattung der Narren gehören häufig noch weitere Attribute, die eine symbolische Bedeutung haben oder auch nur dazu dienen, um auf den Narrensprüngen mit den Zuschauern Schabernack zu treiben.

 

 

So auch die "Saubloder" (Schweinsblase)

die Schweinsblase mit Luft gefüllt ("Saubloder"), gilt  als Schlaginstrument ,die an einem Holzstecken oder Farrenschwanz (Penis eines jungen Stiers) befestigt ist.

Vor der Fastenzeit waren früher durch die verstärkten Schlachtungen Schweinsblasen reichlich vorhanden.

 Mit ihnen schlägt der Narr, nach den am Rande stehenden Zuschauern, vorzugsweise natürlich den Mädchen, ohne diesen allerdings wirklich weh zu tun.

Dabei wird er sich in erster Linie am Gekreische der Be(Ge)troffenen erfreuen .

 

"Saublodr" ehrt menschlichen Narren

BAD SCHUSSENRIED - Beim ersten Narrentag in Kürnbach haben am gestrigen Sonntag die Narren der freien oberschwäbischen Narrenzünfte die Macht im Museumsdorf übernommen. Zum ersten Mal ist hierbei der Fasnetspreis "Die goldene Saublodr" verliehen worden.

Die Laudatio für den Preisträger Friedrich Ströbele hielt Ministerpräsident a. D. Erwin Teufel.

Burraweibla, Moorochsa, Hopfaweibla, Rauchhäusler - schon in der Früh sind bei Eiseskälte rund 1000 Maskenträger der freien oberschwäbischen Narrenzünfte (VFON) angerückt, um das Rathaus zu stürmen, die Obrigkeit, vertreten durch den Ersten Landesbeamten, Wolfgang Blüml, zu entmachten und die Herrschaft über das Gelände und die historischen Gebäude in Kürnbach zu übernehmen. Nach dem Setzen des Narrenbaumes durch die Narrenzunft Bad Schussenried und dem historischen Hochzeitsumzug der Narrenzunft "Nautle" aus Burladingen waren die Kinder zum Kinderumzug durch das Museumsdorf eingeladen.

 

"Fliagt a Vögele übers Feld, gib mir au a Fasnetsgeld", war nur einer der vielen Heischesprüche, mit dem sie sich Süßigkeiten und andere Leckereien erbettelt haben. Auf leckere Fasnetsspezialitäten, deftiges Essen und allerlei Süffiges brauchte allerdings niemand zu verzichten; überall duftete es nach Fasnetsküchla, Krautnudla, heißen Suppen und Eintöpfen.

Eingeheizt haben aber auch die verschiedenen Musikkapellen im Festzelt und beim großen Narrenumzug durch das Museumsdorf. "Närrisches Handwerk" konnte ebenfalls bewundert werden. Maskenschnitzer, Häsmaler und Hässticker haben ihr Können demonstriert. Einer von ihnen,

Holzschnitzer Heinz Steinacher aus Bad Buchau, hat den neuen Fasnetspreis gestaltet. Es handelt sich um eine hölzerne Narrenfigur in den Farben von Hohenzollern und Württemberg mit einer vergoldeten "Saublodr" (Saublase).

Nach einem Ausspruch des ehemaligen Präsidenten der VFON, Hubert Missel ("Es gibt rechte Menschen ohne Narr zu sein, aber keine rechten Narren ohne Mensch zu sein") wird dieser Preis künftig an Mitmenschen vergeben, die die Fasnet auch als Basis für ungewöhnliches Engagement nutzen. Bei einer Feierstunde im Tanzhaus ist Friedrich Ströbele, ehemaliger Schulrektor aus Trochtelfingen, geehrt worden.

Als "Max der Landstreicher" hat sich Ströbele in das Obdachlosenmilieu begeben, Erfahrungen gesammelt und im gleichnamigen Bestseller niedergeschrieben. Es war ihm ein Anliegen, hier zu helfen.

Teufel lobt Engagement

Dank der Kontakte, die er durch seine Funktionen bei der Fasnet geknüpft hat, konnte er verschiedene Obdachloseneinrichtungen finanziell unterstützen. Der frühere Ministerpräsident Erwin Teufel lobte dieses Engagement. Es sei ihm eine Ehre, diese Laudatio zu halten. Für Ströbele selbst bedeutet Mensch zu sein, vor allem Mitmensch zu sein, und dies würde auch für echte Narren zutreffen - sie sind auch im echten Leben zuhause.

Bei der Preisverleihung waren außer Herrn Dr. Teufel auch die Bundestagsabgeordneten Franz Romer (CDU) und Martin Gerster (SPD) sowie Landrat Heiko Schmid und Landrat a.D. Dr. Wilfried Steuer anwesend.

 (Erschienen: 12.01.2009in der SZON ) http://www.szon.de/lokales/laupheim/stadt/200901120392.html?_from=rss

die  Schweinsblase

sie gilt als Symbol für die Fleischlichkeit, das Schlagen als symbolischer Akt der Fruchtbarmachung

 oder die "leere Hülle" als Sinnbild für die Vergänglichkeit alles Irdischen bzw. als Abbild des Narren selbst (franz. "fou" und engl. "fool" = "Narr" abgeleitet von lat. "follis" = "leerer Sack").

Aus diesem Symbol für die Fruchtbarkeit und Fleischlichkeit, Aufgeblasenheit

 entwickelte sich Bloder als schwäbisches Schimpfwort für eine dumme, einfältige Frau. Manchmal wird damit auch ein "aufgeblasener" Mensch bezeichnet ("Große Gosch ond koi Floisch dra")

 

Doch dies ist nicht alles ich bin selber erstaunt was man so mit einer Saublase alles machen kann.

Einen Fußball

Bis zum Ende der 1960er Jahre bestand der Fußball aus (Rinds-)Leder und war mit einer Schweinsblase gefüllt, die am oberen Ende, dem sogenannten Schnüdel, (Ventil) zusammengeknotet wurde, so dass die Luft nicht entweichen konnte. Der Nachteil des Lederballs war, dass er sich bei Regen mit Wasser vollsog und dadurch schwerer wurde. Bestand der Fußball ursprünglich aus Lederstreifen, wurde bei der Weltmeisterschaft 1970 der Ball mit den Fünf- und Sechsecken geboren. 1986 kam der erste Kunststoffball zum Einsatz, der somit weitestgehend gegen Nässe unempfindlich war und ein gleichbleibendes Gewicht und Spielbarkeit garantierte. Für die Europameisterschaft 2004 wurde ein Fußball entwickelt, der aus mehreren Kunststoffschichten bestand und nicht mehr genäht, sondern geklebt wurde.

Die Schweineblase wird auch heute noch als Hülle ,so wie einen Darm

zur Wurstherstellung verwendet.


 

Lampen und Teelichter aller Art

Wobei der  Schirm der Nachtischlampe aus einer Schweinsblase hergestellt wird

Musikinstrumente

Zum Beispiel eine Trommel wobei die Membrane

eine Schweinsblase ist.

Gewaschen und getrocknet sehr lange haltbar und als Bastelmaterial gut zu gebrauchen

 

1877 wurde ein Inhalationsgerät :

 Der Äther-Narkoseapparat wurde

publiziert und von der Firma Krohne&Sesemann in London hergestellt. Der die Ätherkammer durchströmende Anteil der Atemluft lässt sich stufenweise verändern. Es besteht keine Verbindung zur Außenluft. Ein- und Ausatmungsluft werden von einem Beutel aus Schweinsblase aufgenommen.