schmotziger Donnerstag

oder auch

an der Weiberfasnet

werden dazu alljährlich Tausende Männer von "närrischen Weibern" symbolisch entmannt:

Ihnen wird der Schlips abgeschnitten.

Für die Herren der Schöpfung ist es also nicht ratsam, an diesem Tag gerade die beste Krawatte zu tragen

Mit einem Fastnachtskostüm bzw. Karnevalskostüm verkleidet, teilweise auch maskiert, versammeln sie sich in mehr oder weniger organisierten Gruppen und beginnen ihr närrisches Treiben. Sie ziehen durch den Ort und kehren in verschiedenen Gasthäusern ein. Am Mittelrhein bezeichnen sich diese Frauen als Möhnen.

 

Gleichzeitig reißen die Frauen in den Rathäusern der rheinländischen Karnevals-Hochburgen die Macht an sich. An ihrem Amtssitz müssen die Bürgermeister als Zeichen ihrer Kapitulation oft einen großen Schlüssel an eine Frauen-Abordnung herausrücken.

In manchen Orten finden donnerstags Altweibersitzungen statt. Aber auch Altweiberbälle oder andere Maskenbälle werden veranstaltet.

 

Die Weiberfastnacht geht auf den seit dem 14. Jahrhundert bezeugten Brauch zurück, dass in Städten die Ehefrauen der ratsfähigen Familien zu einem eigenen Mahl und Tanz geladen wurden. Aber auch Witwen, Jungfrauen und Freudenmädchen. Später veranstalteten die Frauen selbst Feste mit heiterem Brauchzeremoniell und dem befristeten Recht, den Männern zu befehlen. Verschiedene Formen der Weiberfastnacht haben sich in fränkischen Orten,

im Wieverfastelovend in Köln und bei den Marktfrauen in München erhalten. Unabhängig von der Weiberfastnacht gibt es in alemannischen Orten die stets von Männern gefeierte Altweiberfastnacht.

 

 

Im badisch-schwäbischen Raum haben sich andere Fastnachtsbräuche etabliert. So ziehen in vielen Orten donnerstags schon früh weiße Gestalten in Nachthemden umher, oder Musikkapellen und Fanfarenzüge wecken bereits vor Tag lautstark die Einwohnerschaft. Im Bodenseegebiet kennt man als Fastnachtsbrauch das Narrenbaumsetzen, das mit allerlei Brimborium begangen wird.

An diesem Donnerstag werden auch in Oberschwaben in zahlreichen Gaststätten Kaffekränzle gehalten. Natürlich gibt es da nicht nur Kaffe und Kuchen und es ist auch den Männern erlaubt zu kommen.